Veränderungsdialog Naturschutz und Landwirtschaft: Check-In vor Ort auf einem Biobetrieb
Wie werden Alternativen zu chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel erfolgreich in der Praxis umgesetzt? Mit dieser Frage beschäftigte sich das erste Check-in vor Ort im Rahmen des Veränderungsdialogs zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.
Im Mittelpunkt stand die Besichtigung des Betriebs von Herrn Hagenlocher in Ditzingen, der Einblicke in sein biologisches Anbausystem gab. Vorgestellt wurden die vielfältigen Alternativen zum Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, die auf dem Betrieb erfolgreich umgesetzt werden. Zur Regulierung von Unkräutern im Getreide setzt Herr Hagenlocher unter anderem auf eine späte Aussaat, das sogenannte falsche Saatbett sowie mechanische Verfahren wie den Striegel. Darüber hinaus baut er Getreide in weiter Reihe an, wodurch eine kameragesteuerte Hacke zur gezielten Unkrautregulierung eingesetzt werden kann.
Ergänzt wurde die Betriebsbesichtigung durch einen Fachvortrag von Prof. Gerhards von der Universität Hohenheim zu aktuellen technischen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Im Fokus standen innovative Ansätze wie Spot-Spraying, bei dem Pflanzenschutzmittel mithilfe von Sensor- und Kameratechnik gezielt nur auf einzelne Unkräuter ausgebracht werden, kameragesteuerte mechanische Unkrautregulierung sowie vollständig autonome Feldroboter. Die Teilnehmenden diskutierten die Potenziale und Herausforderungen dieser Verfahren im Hinblick auf das im Biodiversitätsstärkungsgesetz verankerte Reduktionsziel für Pflanzenschutzmittel von 40–50 % bis 2030.
Das Check-in bot den Beteiligten die Möglichkeit, praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse miteinander zu verknüpfen und gemeinsam über Wege zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes ins Gespräch zu kommen.
Bildnachweis: Ann-Kathrin Brodbeck, Pressesprecherin des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg e.V.
