Veränderungsdialog Naturschutz und Landwirtschaft: Check-In vor Ort auf einem Ackerbaubetrieb

Wie lassen sich Pflanzenschutzmittel im Ackerbau reduzieren und welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich daraus für die Vermarktung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das zweite Check-In vor Ort im Rahmen des Veränderungsdialogs Naturschutz und Landwirtschaft.

Auf dem Betrieb von Volker Escher in Waiblingen-Hegnach, dessen Hof seit 2021 Demobetrieb des Demonstrationsbetriebsnetzwerk Pflanzenschutzmittelreduktion ist, kamen Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung zusammen, um von seinen Erfahrungen zu lernen und sich über die Vermarktung von PSM-reduziert angebautem Getreide auszutauschen.

Herr Escher berichtete von seiner Erfahrung mit der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln durch den Einsatz von mechanischer Unkrautregulierung mit Striegel und Hacke, der Einnetzung der Kartoffeln gegen die Schilf-Glasflügelzikade sowie dem Anbau in der weiten Reihe im Getreide, welcher zugleich Lebensraum für Bodenbrüter wie dem Rebhuhn bietet.

Frau Bäuerle von der unteren Landwirtschaftsbehörde des Rems-Murr-Kreises und Karl-Ott Sprinzing vom LTZ Augustenberg stellten einen Parzellen-Demoversuch im Winterweizen vor, den sie fachlich begleiten. Dabei wurden unterschiedliche Ansätze zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln sowie deren Auswirkungen auf Bestandsentwicklung und Ertragspotenziale erläutert.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vermarktung von Produkten aus PSM-reduzierter Erzeugung. In der Diskussion mit Müllermeister Stietz von der Hegnacher Mühle und Roland Waldi von der Marktgemeinschaft Kraichgau Korn w. V. wurde deutlich, dass eine erfolgreiche Vermarktung maßgeblich von einer klaren und überzeugenden Kommunikation gegenüber Bäckereien, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie dem Handel abhängt. Gleichzeitig berichteten die Teilnehmenden von den Schwierigkeiten, für andere Ackerkulturen wie etwa Mais Preisaufschläge zu erzielen, die den zusätzlichen Aufwand oder mögliche Ertragsrisiken ausgleichen.

Der Termin bot den Teilnehmenden Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam über praktikable Wege für eine Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbaus nachzudenken.

Bildnachweis: Ann-Kathrin Brodbeck, Pressesprecherin des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg e.V.

No items found.
No items found.